Montag, 17. Juli 2017

Beidseitig tragbare Tunika


Unser Freund Erich möchte dem Franco-Flämischen Contingent beitreten. Er bat mich, das Schnittmuster für eine Woll-Tunika zu erstellen. Beim Mittelalterfest im Landl ergaben sich Zeit und Gelegeheit.

Für das Probeteil habe ich Leinen aus meinem Fundus benutzt. Als das Probeteil passte, wurde es aufgetrennt und der Schnitt auf Papier übertragen. Auch wenn das Leinen maschinell gewebt und chemisch gefärbt ist, war es zu schade zum Wegwerfen. So ist eine Wende-Tunika entstanden.

Ich habe Kappnähte verwendet, die sehen von beiden Seiten gut aus (was Kappnähte sind, habe ich im Leibhemd-Post erklärt). Die Belege am Ausschnitt, an den Ärmeln und am Saum habe ich beidseitig angebracht. So hat die Tunika zwei gute Seiten. Mal sehen, ob Erich die Tunika tatsächlich beidseitig trägt.

Die Farben sind im Original viel schöner...

Wie macht man so einen beidseitigen Beleg? Ich hab ein Beispiel genäht und fotografiert. Hier die Bildergeschichte dazu:

Samstag, 10. Juni 2017

Gesmokte Schürze
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 6)

Meine liebe Freundin Anja organisiert seit Jahren die Burgwoche. Sie ist die erste Magd, die treue Seele der Burgmannschaft. Sie hat ein Prestigeobjekt redlich verdient und nun eine gesmokte Schürze bekommen.




Sonntag, 28. Mai 2017

Polsterung Topfhelm
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 5)

Die Burgmannschaft wird auch diesjahr wieder einen Schmied haben. Und von ebendiesem Schmied hat der Lieblingsmann eine Leihgabe bekommen - einen Topfhelm. Der Helm war zu groß, trotz Polster- und Kettenhaube. Also musste eine Polsterung her.

Nun ist es schwierig, in einen Helm eine Polsterung hinein zu nähen. Endlose Versuche möchte man ja auch nicht machen. Module könnten eine Lösung sein. Und mit diesem Ansatz sind dann zwei dickere und zwei dünnere Schläuche aus Leinen entstanden. Diese wurden gestopft mit Wollvlies (war noch vom Gambeson übrig), in Form gelegt und in dieser Form vernäht. Minimaler Aufwand, jetzt passt der Helm sehr gut.



Samstag, 27. Mai 2017

Wulsthaube

Im Kurs für historischen Tanz haben wir uns dieses Semester mit Tänzen der Renaissance beschäftigt. Schon wegen des Lutherjahres. Am letzten Kursabend verkleiden wir uns, genießen ein Mitbringbüffet und tanzen natürlich. Kostümtechnisch sollten wir uns dem Thema Renaissance nähern.

Ich habe nur Mittelalter-Kleidung, aber die kann man ganz gut adaptieren. Der Hingucker an meinem Kostüm war diese Wulsthaube. Nur eine Zutat - die Wulst - musste ich nähen. Alles andere fand sich im Fundus.


Weil so viele Fragen nach dem Aufbau der Haube kamen, und ich meinen Kopf zum Ende des Abends tatsächlich "entblättern" musste, hier eine kleine Bildergeschichte.

Freitag, 26. Mai 2017

Damenstrümpfe
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 4)

Im Mittelalter-Manufaktur-Blog habe ich eine gute Anleitung für Damenstrümpfe gefunden. Den Schnitt habe ich benutzt und mir aus sehr dünnem Wollstoff solche Strümpfe genäht.



Wappenrock
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 3)

Ab Pfingsten trifft sich ein Haufen Unentwegter auf Burg Mildenstein, um für eine Woche mittelalterliches Leben nachzuempfinden. Es wird wieder eine aufregende Woche. Wir werden versuchen, viele Besucher zur Burg zu locken.

Ein buntes Programm wird geboten mit Handwerk, Brückenkampf und Bogenschießen. Die neue Schwarzküche im Herrenhaus ist fertig. Dort kann man den Mägden und Knechten über die Schulter gucken und den Duft vom frisch gebackenen Brot genießen. Auch die Harfenspielerin Schattenfee ist wieder da.

Einer unserer Kämpfer, Martin, ist seit 4 Jahren treuer Gefährte des Burgvogts. So manches Mal mimt er den "Erklärbär" für die Besucher, und das macht er richtig gut. Für dieses Jahr hat er sich eine Beförderung gewünscht. Die wird er bekommen, und außerdem einen Wappenrock in den Farben des Burgvogts.


Der Wappenrock ist komplett handgenäht und gefüttert mit weißem Leinen.

Sonntag, 14. Mai 2017

Spitzenhäubchen

Zu meiner 1775er Robe à l'Anglaise ist eine weitere Ergänzung entstanden: Ein Häubchen!


Es ist bewusst "nur" ein Aufsteckhäubchen geworden. Der Anstand ist gewahrt - ich trage eine Haube. Gerade mal so.

Das Häubchen ist wieder nur mit Nadel und Faden entstanden. Wie genau? Ganz einfach:

Mittwoch, 10. Mai 2017

Hülle fürs Luftbett

So ein bißchen verwöhnt ist der Lieblingsmann ja doch. Bekommt ganz nebenbei Sachen für sein Mittelalter-Hobby genäht, und dann soll er sich noch über kleine Sachen freuen - wenn mal ein Seiden-Tuch umgenäht wird oder so... Das fällt ihm verständlicherweise schwer.

Vorhin fragte er, ob er mir einen Auftrag geben könnte - ich müsste nur etwas applizieren. Und jetzt freut sich mein Mann!

Vor knapp zwei Jahren habe ich eine Luftbett-Hülle genäht, aus grobem Leinen. Damit man im Mittelalter-Lager auch mal das Zelt auflassen kann. Jetzt hat ebendiese Luftbett-Hülle schicke Applikationen bekommen - am Kopfende einen breiten Streifen und am Fußende einen schmalen.


Der Besatz ist Möbelbezugs-Stoff, den haben wir vergangenen Oktober aus Hastings mitgebracht. Abgesetzt habe ich beide Streifen mit 2 mm breiter bräunlicher Soutache. Dann sieht man nicht so den Zickzack-Stich, mit dem der Stoff angenäht worden ist, und es ist ein sauberer Abschluss.

Ich freue mich schon auf die Burgwoche - da kann der Vogt dann sein weises Haupt standesgemäß betten.

Montag, 3. April 2017

Cotta mit Brokatbesatz
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 2)

Zur Burgwoche wird der Vogt neue Gewandung tragen. Gestern ist eine wadenlange Cotta fertig geworden.

Öhm nein, das ist kein Anflug von. Das IST Lächeln.

Der Schnitt einer Cotta ist denkbar einfach:

Sonntag, 12. März 2017

Zinnenhüte
(Vorbereitung Burgwoche, Teil 1)

Zu Pfingsten versammelt sich wieder ein Haufen Unentwegter auf Burg Mildenstein, um für 7 Tage mittelalterliches Leben nachzuempfinden. Es gibt keinen Kunststoff, keine Armbanduhr, kein Internet und kein Handy. Aber es gibt Stände: Ritter und Söldner, Mägde, Knechte und Knappen. Und es gibt einen Burgvogt - den stellt der Lieblingsmann dar.

Für den Vogt sollte ein Hut entstehen.  Ein Hut.